Abschalom, der dritte Sohn Davids, wurde Sprecher der empörten Stämme Israels und Anführer im Aufstand gegen das Königtum. Es gelang A. Jerusalem einzunehmen und David zu vertreiben. Im Ostjordanland aber unterlag das ungeübte Heer der israelitischen Bauern den kampfgeübten Söldnertruppen Davids. A. verlor sein Leben auf der Flucht.
Abt (griechisch-lateinisch abbas, aramäisch abba, "Vater"): Vorsteher eines Benediktinerklosters. In einem Frauenkloster: Äbtissin.
Abu Bakr, der erste Kalif (632-634), war von Jugend an mit dem um drei Jahre älteren Mohammed in Freundschaft verbunden. Er folgte Mohammed als einer der ersten und stellte sein ganzes Vermögen in den Dienst des Islam. Fast ohne Frage wurde er als der Nachfolger des Propheten angesehen. Es ist sein Verdienst, die noch lockere Gemeinschaft nach Mohammeds Tod zusammengehalten zu haben.
Alexander Solschenizyn (*1918), russischer Schriftsteller, der viele Jahre in den Straflagern des Diktators Stalin verbracht hat. Sein Buch "Archipel GULAG" berichtet über die Erfahrungen der Gefangenschaftsjahre.
Ali, der vierte Kalif (656-661) und Vetter Mohammeds, verfügte als erstes die Absetzung aller bisherigen Statthalter. Der Statthalter von Damaskus erklärte daraufhin die Wahl Alis für ungültig. Man führte Krieg untereinander. Seitdem ist der Islam gespalten: der schiitische Islam (mit Zentrum im Iran) steht in der Tradition Alis. Die Hauptrichtung, der sunnitische Islam, steht dieser Linie gegenüber (sunna, arabisch: "überkommene Handlungsweise").
Alkuin (um 730-804), Leiter der Domschule in York/England. Karl d. Gr. gewann ihn für Aachen. A. wurde bald der Vertraute Karls. Er hatte großen Anteil an der Entwicklung des Bildungswesens. Später war A. Abt von St. Martin in Tours, wo er eine blühende Schule gründete.
Allahu akbar, "Gott ist größer als alles!"
Altar, Opferstein, Platz zur Darbringung von Opfern. Die Christen hatten zunächst bei ihren Gemeinschaftsmählern keinen A., sondern einen beweglichen Tisch. Später wurde der Tisch als Opfertisch verstanden.
Amnesty international (ai), vom Londoner Rechtsanwalt Peter Benenson (1921-2005) gegründete Menschenrechtsorganisation. Als Beobachter politischer Prozesse erkannte Benenson, dass Gefangene oft ohne ausreichenden Grund und eigene Hilfsmöglichkeiten zu langjährigen Haftstrafen verurteilt werden. Seine Hilfsorganisation für die Justizopfer und ihre Angehörigen umfasst seit 1974 drei Schwerpunkte: Gefangenenarbeit; Bekämpfung der Folter; Bekämpfung der Todesstrafe.
Apsis, meist halbkreisförmiger Chorabschluss, bereits bei der römischen Basilika geläufig. Bei mehrschiffigen Basiliken dient die A. auch zum Abschluss der Seiten- und Querschiffe.
Arabien. Der Islam wurde in der Wüste geboren. Die Sonne glüht vom Himmel herab, Jahrhundert um Jahrhundert, und scheint alles Leben vertrieben zu haben. Nur tief in der Erde gibt es noch Wasser. Brunnen zu graben, verlangt unendliche Mühe. Einer dieser Brunnen soll einhundertsiebzig Meter tief sein. Manchmal steigt das Wasser auch in einer Quelle auf. Dann belebt sich die Wüste, wird grün, und Bäume spenden Schatten. Solche Oasen sind Rastorte für die großen Überlandkarawanen. Im Küstenbereich, wo es öfter regnet, ist sogar Ackerbau möglich. Aber selbst die Wüste kann sich durch einen plötzlichen Regen in eine blühende Wiese verwandeln. Im Verlauf des 2. Jahrtausends v. Chr. zähmten die Bewohner der arabischen Wüste das Kamel. Erst so wurde es ihnen möglich, die unendlichen Weiten zu durchqueren. Ein Kamel kann bis zu zweihundert Kilo Last tragen; ein Reitkamel hält einen Trab stundenlang durch und schafft bis zu 80 km pro Tag. Lastkamele können ohne Wasser bis zu 17 Tagen durch die Wüste ziehen. So konnten Karawanen die reichen Landstriche Südarabiens mit Mesopotamien und Syrien verbinden, Indien mit Ostafrika, und die Produkte dieser Länder austauschen. Die Beduinen ließen sich den Durchzug durch ihre Wüste bezahlen. Dabei entstand ein reger Tauschhandel; es bildeten sich Marktplätze und Handelsorte, oft im Umfeld einer Quelle oder eines Heiligtums, wo nicht allein Kaufleute, sondern auch Handwerker, Kamelzüchter und manchmal sogar Bauern sich ein Stelldichein gaben.
Arbeiterwohlfahrt, 1919 gegründet, Verband der freien Wohlfahrtspflege. Die A. ist auf allen Gebieten der Sozial- und Jugendhilfe tätig. Ein weiteres Gebiet ist die Entwicklungshilfe.
Asklepios wurde in der Antike als eine Gottheit verehrt, welche die Gegensätze zwischen Körper und Seele, Bewusstem und Unbewusstem, Kopf und Bauch, Licht und Dunkel überbrücken hilft. Man erzählte von ihm, dass er selbst an einer Wunde leide, die unheilbar sei. Gerade darum leide er mit anderen Kranken und helfe ihnen umso mehr.
Awaren. Reiternomaden, deren Herkunft umstritten ist. Sie beherrschten den Balkan, bis Karl d. Gr. ihrem Reich ein Ende machte.
Benedikt von Nursia. Die einzige Quelle über das Leben B.s stammt von Papst Gregor I., aus dem Jahr 593/94. Die Grundangaben dieser Schrift gelten als echt, im Weiteren handelt es sich um Erzählungen, die dem Verfasser Gelegenheit gaben, seine eigenen Vorstellungen vom Mönchsleben darzustellen.
Bernardino von Siena (1380-1444) verlor mit vier Jahren seine Eltern. Mit elf Jahren kam er zu seinem Onkel nach Siena, besuchte dort die Lateinschule und studierte später an der Universität Kirchenrecht. Während er die Pestkranken im Spital pflegte, erkrankte er selbst. 1402 trat er in den Franziskanerorden ein, wurde 1405 zum Prediger ernannt und wanderte seitdem kreuz und quer durch Italien. Bei seinen zahllosen Reden riss er die Zuhörer mit. Er sprach verständlich, lebendig und aus Kenntnis der bedrängenden Nöte.Im Gegensatz zu anderen Heiligen war Bernardino auch sich selbst gegenüber gut. "Wenn du zu Gott sprichst", sagte er, "sprich mit Liebe; wenn du von dir selbst sprichst, sprich mit Liebe... Achte darauf, dass in dir nichts ist als Liebe, Liebe, Liebe." "Liebe ist die leichteste Ware, die man auf der Welt trägt ... sie braucht keine Schiffe, keine Esel, keine Kamele, keine Maultiere, keine Träger." Zugleich ist sie die einzige Tugend, die uns auch dann bleibt, wenn wir diese Welt verlassen: "Wir werden keinen Glauben mehr brauchen ..., wir werden keine Hoffnung mehr hegen ...; die Liebe wird uns bleiben."
Caritas, weltweit der Name für die Hilfsorganisation der katholischen Kirche. Der Deutsche Caritasverband wurde 1897gegründet. Für Not- und Katastrophenfälle ist Caritas International zuständig.
Chadidscha (545-619), Mohammeds erste Frau; bis zu ihrem Tode hatte Mohammed keine weitere Frau. Der 25-jährigen Ehe sollen ein oder zwei jung verstorbene Söhne und vier Töchter entsprossen sein, von denen aber nur Fatima Mohammed überlebte.
David, der Sohn des Isai, gehört zum Stamm Juda und wurde in Betlehem geboren. Er kam als junger Mann an den Hof Sauls. Seine Erfolge im Kampf gegen die Philister machten ihn zum Vertrauten des Königs. Zugleich verschafften ihm seine Siege große Beliebtheit beim Volk, was den Neid Sauls weckte, sodass dieser ihn zu töten versuchte. David gab den Königsdienst auf und führte in der judäischen Wüste ein Freibeuterdasein. Nach Sauls Tod wählten ihn die Südstämme zum König von Juda. Geraume Zeit später wählten ihn auch die zehn mittel- und nordpalästinischen Stämme zum König von Israel. Die Eroberung der kanaanäischen Stadt Jerusalem mit eigenen Söldnern machte D. zugleich zum dortigen Stadtkönig. Von hier aus führte er weitere Eroberungskriege. Er wurde zum Begründer eines Königtums, das bis zur Eroberung und Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier 587 v. Chr. Bestand hatte. Obwohl D.s Herrschaft vor allem in den zehn Nord-Stämmen Israels heftig umstritten war und zu Aufständen führte, gewann sein Königtum in späterer Zeit höheres Ansehen als die Herrschaft aller seiner Nachfolger.
Diakonisches Werk. Hilfsorganisation der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), in der die 24 Landeskirchen, 9 Freikirchen und Fachverbände vereint sind. Die Geschichte der Diakonie (griech. "Dienst") begann 1848 mit Johann Hinrich Wichern und seinem Programm der Inneren Mission gegen soziale Not und Armut.
Die Kaaba, der "Würfel", das im Zentrum der Großen Moschee von Mekka gelegene Heiligtum: ein etwa 11 m hoher Bau aus grauem Stein und flachem Dach; eine Tür, 2 m über dem Boden, führt in das Innere. Zwei Grabplatten an der Westseite verweisen auf die Grabstätte Hagars und Ismaels. Das Innere der Kaaba ist leer, bis auf drei hölzerne Säulen, die das Dach stützen und einige goldene und silberne Ampeln, die von der Decke herabhängen. In die Südost-Ecke der Kaaba eingebaut, befindet sich der "Schwarze Stein", eine Verkittung mehrerer Stücke, die ein Silberband von etwa 75 cm Durchmesser umschließt. Das Umschreiten des Steins ist Höhepunkt der jährlichen Pilgerfahrt.
Dietrich Bonhoeffer gehörte wie Martin Niemöller zur Widerstandsbewegung der Evangelischen Kirche.1937 schrieb er: "Das Böse wird darin ohnmächtig, dass es keinen Gegenstand, keinen Widerstand findet, sondern willig getragen und erlitten wird. Hier stößt das Böse auf einen Gegner, dem es nicht mehr gewachsen ist ..., es bleibt allein." Als die Verbrechen des NS-Staates zunahmen, änderte Bonhoeffer seine Haltung: Angesichts des herrschenden Unrechts dürfe die Kirche nicht neutral bleiben. Auch wer nicht bereit sei, Hitler zu töten, werde - ob er wolle oder nicht - mitschuldig am Massenmord. Zwar ließ Bonhoeffer keinen Zweifel daran, dass jede Gewaltanwendung schuldig mache, doch bestand er darauf, dass ein Christ aus Liebe zum Nächsten Schuld auf sich nehmen müsse. Er fragte: Wessen Schuld ist größer, die der Dulder oder die der Beseitiger des Diktators?
El, semitisches Wort für "Gott", das auch als Eigenname vorkommt. In Kanaan war El der Name des höchsten Gottes. Man konnten ihn als "König", "Vater" und "Schöpfer" ansprechen. In der Väter- und Mütterzeit wurde El, nicht Jahwe verehrt. In späterer Zeit hat man oft das Wort El durch Jahwe ersetzt, ohne jedoch die Gottesbezeichnung El aufzugeben.
Elisabeth von Thüringen (1207-1231) war Tochter des Königs Andreas II. von Ungarn, der sie bereits mit vier Jahren in das Haus des thüringischen Landgrafen sandte, um damit ein politisches Bündnis zu bekräftigen. 1221 wurde sie mit dem Landgrafen-Sohn, Ludwig IV. von Thüringen, verheiratet. Sie wollte Gott in den Armen finden und tat darum alles, um ihnen zu helfen. Nach dem frühen Tod Ludwigs bedrückten sie die Vorwürfe ihres Schwagers Heinrich Raspe, das Geld des Hauses zu verschwenden. Darum verließ sie die Wartburg und stiftete in Marburg von ihrem Witwengeld, das ihr als Abfindung gezahlt wurde, ein Spital.
Epidauros war Wallfahrts- und Kurort zugleich. Krankheit galt dort als ein unnatürlicher Zustand, der durch Harmonie überwunden werden kann. Der Kranke begab sich nach E., um unter Anleitung von Priestern und in einer wohltuenden Atmosphäre die verlorene Harmonie wiederzugewinnen. Zum Heilvorgang gehörten entspannende Dinge als Vorbereitung: Theater, Musik und Tänze. Der letzte Schritt führte zum Heilschlaf in einem heiligen Bezirk, den der Kranke im tiefen Vertrauen auf den "göttlichen Arzt" aufsuchte.
Fatima, Tochter des Propheten aus erster Ehe mit Chadidscha, die mit Ali verheirat war.
Fjodor Petrowitsch wurde als Friedrich Joseph Haass 1780 in Bad Münstereifel als Sohn eines Apothekers geboren. Er studierte Medizin und kam 1806 im Gefolge einer russischen Fürstin nach Moskau. Auf Grund seiner Behandlungserfolge wurde er bald Stadtarzt von Moskau, Hofrat und Leiter großer Krankenhäuser. Doch schon bald widmete Haass sein Können und sein Vermögen der untersten Schicht der Moskauer Armen - den Gefangenen, Bettlern und Leibeigenen. Trotz Anfeindungen und Verleumdungen kämpfte er unermüdlich gegen Unmenschlichkeit, Willkür und Bestechlichkeit. Seine Erfolge waren nicht sensationell, aber in Moskau - und darüber hinaus in Russland - hat ihn das Volk geliebt und später den "heiligen Doktor Fjodor Petrowitsch" genannt.
Franken, die "Freien, Kühnen", ein von den Römern nach der Mitte des 3. Jahrhunderts gebrauchter Name für einen westgermanischen Stammesverband. Seit dieser Zeit drangen die Franken in römische Grenzprovinzen und in Gallien ein. Die Rheinfranken stießen gegen Mainz vor, eroberten 459 Köln und besiedelten das Moselgebiet. Um 1200 verstand man unter Franken nur noch die Gegend am Mittel- und Obermain.
Frankenreich (lateinisch Regnum Francorum), die bedeutendste Reichsbildung des frühen Mittelalters. Die Ausdehnung der Franken nach Gallien führte unter den Merowingern zur ersten Herrschaftsbildung. Der Merowinger Chlodwig beseitigte die Reste römischer Oberhoheit in Gallien.
Franz Jägerstätter (1907-1943), österreichischer Kleinbauer, verweigerte den NS-Kriegsdienst mit der Begründung, dass er als Christ einer ungerechten Regierung nicht diene und an einem verbrecherischen Krieg nicht teilnehme. Er wurde vor ein Kriegsgericht gestellt und in Berlin enthauptet.
Friedrich von Bodelschwingh (1831-1910), übernahm 1872 die Leitung eines Krankenhauses für Gehirnkranke (Epileptiker) in Bethel bei Bielefeld. Er entwickelte den kleinen Anfang zum größten Hilfswerk der Diakonie, zu einer heute weltbekannten Stadt der Barmherzigkeit. Sein Lebenswerk wurde Modell für viele spätere Fürsorgeeinrichtungen.
Fronarbeit, der für den König, d. h. für den Staat meistens auf Zeit geleistete Dienst. Dazu wurden besonders Kriegsgefangene und unterworfene Völker, aber auch niedere Schichten des eigenen Volkes herangezogen.
Gallien, das von den Galliern oder Kelten bewohnte Land, größtenteils das heutige Frankreich. In einer Reihe von Kriegen eroberte Caesar G. bis zum Rhein und zum Atlantik. Im 5. Jahrhundert fiel G. zuerst den germanischen Westgoten, dann den Franken zu.
Germanen, Sammelname für Stämme, die etwa um die Zeitenwende in Nord- und Mitteleuropa in Erscheinung traten. Die einzelnen germanischen Stämme fühlten sich nicht zusammengehörig. Die Kenntnis ihrer Welt verdanken wir fast ausschließlich römischen Autoren.
Gregor der Große (um 540-604), stammte aus römischem Adel, war 572/73 Stadtpräfekt von Rom, lebte seit 575 als Mönch in seinem zum Kloster umgewandelten Palast. Die Bauern schützte er vor Ausbeutung und wurde der Anwalt der einfachen Bevölkerung. Er bemühte sich, die germanischen Völker ins Christentum einzubeziehen. Über Benedikt sammelte er Legenden und Wundergeschichten. Von 590-604 war er Papst.
Hospital, anfänglich eine rein kirchliche Einrichtung der Klöster und Bischofssitze für Reisende und Kranke. Hospitium (lat.) bedeutete sowohl Herberge wie Spital. Eine Reihe von Orden widmeten sich ausschließlich der Krankenpflege.
Hugenotten, französische Protestanten, die sich seit 1562 in den blutigen Hugenottenkriegen gegen die katholische Partei und die königliche Staatsmacht verteidigen mussten. 1598 bestätigte Heinrich IV. den H. die freie Religionsausübung. Ludwig XIV. verfolgte die H. seit 1685 wieder hart; daraufhin flohen viele H. ins Ausland, besonders in die Niederlande und nach Preußen.
Ibn Ishaq (+768), Verfasser der ersten Lebensbeschreibung des Propheten. Seine Quellen waren die Aufzeichnungen eines Sohnes des Kalifen Uthman und eines Enkels des Kalifen Abu Bakr.
Indira Devi (*1920), indische Schriftstellerin.
Inschallah, "Wenn Gott will", Ausdruck des Einverständnisses mit dem, was Allah schickt.
Islamismus und Islam sind nicht das Gleiche. 1928 gründete Hasan al-Banna die Muslimbrüder in Ägypten gegen den als entartet geltenden Einfluss des Westens, dem der Islam widerstehen sollte. Seit den 1980er Jahren versuchen einige islamistische Gruppen, ihre Ziele durch Attentate und Entführungen zu erreichen. Nach Vorstellung der Islamisten können durch die Rückkehr zum "rechten Glauben" sowie durch die damit verbundenen sozialen Änderungen (z.B. strengste Strafen, Geschlechtertrennung) alle politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme gelöst werden. Der I. ist dennoch keine einheitliche Richtung und seine Vertreter sind auch nicht mehrheitlich gewaltbereit.
Jahwe, der Eigenname des Gottes Israels. Ex 3,14 wird dieser "Name" als der "Ich-bin-da" erklärt. Es handelt sich weniger um einen Namen, als um die Versicherung Gottes, für den Menschen da zu sein. In der Väter- und Mütterzeit Israels ist der J.-Name noch unbekannt. Er kommt erst mit Mose und dem Auszug aus Ägypten in die Glaubenstradition Israels. Spätere Bearbeitungen der älteren Texte haben jedoch den J.-Glauben bereits mit Abraham und seinen Nachkommen verbunden. In der Jüdischen Bibel begegnet der Gottesname Jahwe mehr als 6000 mal. Geschrieben wird er nur mit Konsonanten: JHWH, gesprochen Jachwe oder Jahwe. Seit etwa 300 v.Chr. meiden es Juden aus Ehrfurcht, diesen Gottesnamen auszusprechen. Stattdessen lesen sie Adonai, was mit "Herr" oder "der Ewige" wiedergegeben wird. Das Erschaudern des frommen jüdischen Lesers an derselben Stelle lässt diese Rede nicht mehr ahnen.
Janusz Korczak (1878-1942), ursprünglich Kinderarzt, als Schriftsteller ein großer Kinderfreund und Erzieher. Er organisierte sein Waisenhaus als "Republik der Kinder", um darin menschliches Miteinander und Verantwortungsbewusstsein zu lehren und zu leben.
Jerobeam I., erster König des Nordreiches Israel (927-907). Sein Aufstand gegen Salomo wurde niedergeschlagen, doch wählten ihn die Nordstämme zum König von Israel, nachdem sich J. von Salomos Sohn Rehabeam und Jerusalem losgesagt hatte (1 Kön 12,20ff.). J. trennte sich vom Tempel zu Jerusalem und knüpfte wieder an das alte Heiligtum von Bet-El an.
Kapitell (lateinisch: capitellum, "Köpfchen"), oberster Teil einer Säule oder eines Pfeilers, in romanischer Zeit beliebter Platz für figürlichen Schmuck.
Karl Martell (um 688-741), fränkischer Hausmeier (715-741), der anstelle der Merowingerkönige selbst regierte, königlich geehrt. Er begründete die Herrschaft der Karolinger.
Klerus, die Gesamtheit der Geistlichen; Kleriker, Angehöriger des Klerus.
Krypta (griechisch: "Gewölbe"), Begräbnisraum unter dem Chor einer Kirche. Die in romanischer Zeit entstandene Hallen-K. wurde zur häufigsten Form: eine meist dreischiffige Anlage, die nicht nur Grabraum ist, sondern auch einen Altar hat und zusätzlich als Andachtsraum dient.
Königsrecht schränkte den Besitz der freien Bauern ein, denn von jetzt an mussten sie von ihren Erträgen abgeben und für den Staat Fronarbeit leisten. Das Verfügungsrecht des Königs traf besonders die Knechte und Mägde der freien Bauern. Ihre Dienstverpflichtung zu Fronarbeiten, vor allem zu Bauarbeiten, führte unter König Salomo zum Aufstand. Doch begnügte sich der König damit noch nicht. Er zwang auch die freien Bauern - neben dem Kriegsdienst - zu Fronarbeiten. Damit griff er tief in die bisher gewohnte Freiheit der Familien ein.
Lade, Wanderheiligtum aus der Frühzeit Israels, das die Gegenwart Gottes symbolisierte.
Langobarden, elbgermanischer Stamm, nach eigener Ansicht skandinavischer Herkunft. Zur Zeit der Völkerwanderung eroberten sie fremde Gebiete und seit 568 u.a. Norditalien, dessen Region um Mailand sich bis heute "Lombardei" nennt. Die italienische Stadt Pavia war Hauptstadt des von ihnen gegründeten Reiches. Karl d. Gr. nahm ihren König Desiderius gefangen und ließ sich selbst zum König der L. krönen.
Leonardo Boff (*1938), brasilianischer Theologe, Professor in Rio de Janeiro. B. studierte in Deutschland; er arbeitet für eine Kirche, die den Armen dient und darin glaubwürdig ist.
Lourdes (sprich: lurd), größter Wallfahrtsort der katholischen Kirche, der auf Marienerscheinungen 1858 zurückgeht. Für die Feststellung von Heilungen besteht ein Ärztebüro, zu dem jeder Arzt Zutritt hat. Insgesamt sind nur 57 Heilungen kirchlich anerkannt worden.
Malteser Hilfsdienst (MHD): kath. deutsche Sanitäts- und Katastrophenschutz-Organisation, 1953 gegründet durch den deutschen Zweig des Johanniterordens und den Deutschen Caritasverband. Der Name knüpft an die Tradition der Johanniter (Hospitaliter) an, die sich seit dem 11. Jahrhundert der Pflege kranker Pilger im Heiligen Land verpflichteten. Nach dem Scheitern der Kreuzzüge verlegte der Orden 1530 seinen Sitz auf die Mittelmeerinsel Malta; seitdem heißt er auch Malteserorden.
Mantra, ein Vers oder eine Reihe von Silben, deren Aufsagen eine bestimmte körperliche und geistige Verfassung bewirken soll.
Maria Laach, Benediktinerabtei in der Voreifel. Der Grundstein zu Kirche und Kloster wurde 1093 gelegt, 1156 die Basilika geweiht. In unversehrter Ursprünglichkeit hat die Architektur alle Jahrhunderte überstanden. Alle Fotos zeigen die Laacher Basilika.
Martin Niemöller (1892-1984), führender ev. Theologe des christlichen Widerstands gegen Hitler und den Nationalsozialismus. Nach seiner Haftzeit im KZ war er 1947-1964 Kirchenpräsident der Ev. Landeskirche von Hessen und Nassau und Gegner einer Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland.
Maximilian Kolbe (1894-1941), polnischer Franziskaner, 1941 wegen Hilfeleistung für Juden und Polen verhaftet und ins KZ Auschwitz verbracht. Dort nahm er freiwillig das Todesurteil für einen anderen auf sich.
Merowinger, fränkisches Königsgeschlecht, vermutlich nach einem Mero benannt. Die M. gründeten im 5. Jahrhundert das Frankenreich unter Chlodwig I. Die späteren M. waren völlig von den Hausmeiern (Verwaltern) aus dem Geschlecht der Karolinger abhängig, bis sie schließlich unter Pippin 751 verstoßen wurden.
Millo, ein Bereich oder Bauwerk in Jerusalem, dessen Beschaffenheit unbekannt ist.
Minarett, Turm für den Gebetsausrufer an der Moschee, der anscheinend um 700 in Syrien aufkam. Vorbild waren vermutlich die Glockentürme (deren Glocken zum Gebet rufen) der im Vorderen Orient verbreiteten christlichen Basiliken, aber auch die altbabylonischen Stufentürme (Zikkurate) haben Anregungen geliefert.
Montecassino, Kloster auf dem Berg über der süditalienischen Stadt Cassino, Mutterkloster des abendländischen Mönchtums, wohl 529 von Benedikt gegründet.
Moschee, das muslimische Bethaus. Im Inneren der Mihrab (Gebetsnische) in Richtung Mekka. Die Gebete leitet der Imam (Vorsteher), hinter dem sich die Beter in Reihen aufstellen.
Mose. Historisch sicheres Wissen über M. gibt es nicht. Zeitlich ist er ins 13. Jh. v.Chr. einzuordnen. Sein Name ist ägyptischen Ursprungs. Er ist nicht Begründer des jüdischen Glaubens an den Einen Gott. Dieser Glaube ist erst rund siebenhundert Jahre später in Israel ausgebildet worden. Mit M. verbindet sich jedoch der Jahweglaube. Bis zum Ende der Königszeit war Jahwe der Gott Israels. Neben ihm wurden auch andere Gottheiten verehrt.
Märtyrer (griechisch: martyr, "Zeuge"), jemand, der für seinen Glauben den Tod erleidet.
Nordreich, das Reich Israel, bestehend aus den zehn Stämmen Mittel- und Nordpalästinas, das sich unter Jerobeam vom davidischen Königtum lossagte und ein eigenes Königtum (mit späterem Sitz in Samaria) gründete. Das N. wurde 722 v. Chr. von den Assyrern erobert und aufgelöst.
Omar, der zweite Kalif (634-644), von Abu Bakr als sein Nachfolger bestimmt und einstimmig gewählt. Unter seinem Kalifat verbreitete sich der Islam von Innerarabien bis in die damalige zivilisierte Welt (Feldzüge in Syrien, Jerusalem fiel 638; Omar besuchte die Stadt als Pilger und ließ auf dem Tempelberg den "Heiligen Felsen" freilegen, auf dem 691 der "Felsendom" errichtet wurde; weitere Feldzüge im Irak, nach Ägypten, Nubien, Nordafrika). Omar war gewillt, den Islam gewaltfrei durch Mission auszubreiten, doch setzte sich auf Drängen der Truppen und ihrer Anführer die gewaltsame Ausbreitung durch.
Ostrom, Oströmisches oder Byzantinisches Reich, das 395 durch die Teilung des Römischen Reiches in eine West- und eine Osthälfte entstand. Hauptstadt war Konstantinopel (Byzanz). Unter Kaiser Justinian I. (527-565) wurde das Vandalenreich in Nordafrika und das Westgotenreich in Italien zerstört.
Pantokratorkloster, Stiftung des Kaiserhauses in Konstantinopel (um 1136), berühmt wegen des musterhaften Hospitals. Zur Anlage gehörten das Kloster für 80 Mönche, die Kirche als kaiserliche Begräbnisstätte, ein Krankenhaus, Irrenhaus und Altersheim. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Türken 1453 verfiel das P., die P.-Kirche wurde zur Moschee.
Pfeiler, Stütze von Decken und Gewölben mit meist rechteckigem Querschnitt. Manchmal wechseln sich Säulen und Pfeiler im Langhaus einer romanischen Kirche ab. Um die verschiedenen Lasten eines Gewölbes abzufangen, können auch Säulenbündel mit einem Pfeiler verbunden werden.
Pharao, äpyptisch für "großes Haus". Ursprünglich war damit der königliche Palast gemeint. Seit etwa 1550 v.Chr. ist Ph. Titel für den König selbst.
Philister, Volk aus dem östlichen Mittelmeerraum, das sich gegen Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. an der Mittelmeerküste Kanaans ansiedelte. Weil die Ph. bereits die Eisenverarbeitung beherrschten, waren sie der Bevölkerung Kanaans überlegen und versuchten, diese unter ihre Herrschaft zu bringen. Nachdem David die Macht der Ph. gebrochen hatte, vermischten sie sich mit den Kanaanäern und übernahmen deren Götter und Kulte. - Die Römer leiteten den Landesnamen Palästina (Philistäa) von den Ph.n ab.
Portal (lateinisch: porta, "Tor"), ein stattlicher, meist durch Größe und Schmuck hervorgehobener Eingang.
Querhaus, auch Querschiff, der zwischen Langhaus und Chor eingeschobene Baukörper, quer zur Längsachse der Kirche gelegen, so dass der Grundriss die Gestalt eines Kreuzes bildet.
Qumran, klosterähnliche Siedlung einer jüdischen religiösen Sondergruppe, im Gebirge am Toten Meer gelegen. Im Jahre 68 n. Chr. wurde Q. durch die Römer zerstört.
Rabbi (hebräisch: "mein Lehrer"), ursprünglich Anrede einer höhergestellten Person, nach 70 n. Chr. Titel jüdischer Schriftgelehrten. Wenn Jesus als R. angeredet wird, verbindet sich damit noch ein weiterer Wortsinn, denn Jesus war kein studierter Schriftgelehrter und galt auch nicht als solcher.
Rechts und links: ihre symbolische Bedeutung hängt mit der Erfahrung der rechten und der linken Hand zusammen: die rechte Hand gilt als die geschicktere und "richtige", die linke als die schwächere, "linkische". Bei Darstellungen des Weltgerichts werden r. und l. zu Symbolen von gut und böse (vgl. Mt 25,33).
Rehabeam, Sohn Salomos und dessen Nachfolger als König von Juda (926-910). Der Nordteil Israel sagte sich von ihm los, weil R. es ablehnte, die Lasten, die sein Vater dem Volk auferlegt hatte, zu erleichtern.
Reliquie (lateinisch: reliquiae, "Zurückgelassenes"), körperlicher Überrest oder Gegenstand eines Heiligen, der als Andenken an diesen verehrt wird. Eine R. wird in einem Reliquiar oder Reliquienschrein aufbewahrt.
Retabel (lateinisch/französisch: "Rückwand", von retro, "zurück" und tabula, "Tafel"), Altarwand, Altaraufsatz. Auf der rückseitigen Kante des Altartisches wurde ein Bild als R. aufgesetzt. Daraus entwickelte sich später der Flügelaltar, der, mit unterschiedlichen Bildern ausgestattet, geöffnet und geschlossen werden konnte.
Richter. Innerhalb der israelitischen Stämme lag die Rechtspflege in der Hand von "Ältesten". Das Buch der Richter erzählt von zwölf R.n., die in vielen Bereichen des Lebens Einfluss besaßen.
Rotes Kreuz, Internationale Hilfsorganisation für Unglücksfälle, Notstände, Krankentransport, durch den Schweizer Henri Dunant (1828-1910) angeregt; in islamischen Ländern: Roter Halbmond. Das R.K. genießt seit 1864 internationalen Schutz.
Sachsen (von althochdeutsch sahs, "Kurzschwert"), germanischer Volksstamm, von dem im 5. Jahrhundert ein Teil zusammen mit Angeln und Jüten England eroberte ("Angelsachsen"). Das Siedlungsgebiet der S. lag zwischen Elbe und Niederrhein. In den S.-Kriegen Karls d. Gr. (772-804) wurden sie unterworfen, unter Gewaltausübung christianisiert und ins Frankenreich eingegliedert.
Sadhu (von sadh, "zum Ziel führen"), jemand, der seine Sinne beherrscht; oft ein hinduistischer Mönch, der einen besonderen Weg der Entsagung geht.
Salomo (um 965-926), König über Israel, Juda und Jerusalem. Über seine Regierung berichtet 1 Kön 2,12-11,43. Gegenüber dem Halbbruder Adonija setzte er sich als Herrscher durch. Nachdem er König war, ließ er Adonija und dessen Anhang töten. Seine Politik konzentrierte sich auf Baumaßnahmen und wirtschaftliche Ziele. Von S. blieb ein zwiespältiges Bild in Erinnerung, das ihn als ungeliebten "Pharao" Israels und zugleich als Weisen zeigt.
Samuel. Die Überlieferungen von S. sind aus unterschiedlichen Quellen zusammengeflossen. Sie geben in ihrer Summe kein eindeutiges Bild des historischen S. Er wird geschildert als Gottesmann, Seher, Richter und Prophet. Am wahrscheinlichsten kam ihm davon das Richteramt zu.
Sanskrit, altindische Sprache, die heute noch als heilige Sprache der Hindus lebendig ist.
Saul stammt aus dem Stamm Benjamin, der mit dem Stamm Juda den südlichen Teil Israels bildete. Die Erzählungen über ihn sind weithin sagenhafter Art und erlauben keine genauen geschichtlichen Vorstellungen. Das Königtum Sauls (etwa 1012-1004) bildete noch keinen organisierten Staat, sondern war vor allem auf die Abwehr von Gefahren im Kriegsfall ausgerichtet.
Schia (arabisch "Partei"), die Anhänger Alis. Nach Auffassung der Schiiten ist Ali der einzige rechtmäßige Nachfolger Mohammeds, nicht aber die drei Kalifen vor ihm.
Schwarzer Hirsch (1863-1950) gilt als der letzte große Seher der Sioux-Indianer. Seine Kindheit fiel in eine Zeit, als der weiße Mann bereits in die Prärie eingedrungen war. Zwar erlebte er noch eine Zeit des freien Lebens. Aber schon mit neun Jahren hatte er Visionen, die ihm Verantwortung für sein Volk auferlegten. Den Lauf der Geschichte und den Untergang der indianischen Völker konnte er nicht abwenden. Er wurde Zeuge der schrecklichen Schlachten, Massaker und Vertragsverhandlungen mit den übermächtigen Weißen. Mit dem Massaker am Wounded Knee (1890) endete der Freiheitskampf der Indianer. Fortan sah Schwarzer Hirsch die Kraft seines Volkes schwinden. Sein weiteres Leben und Wirken, seine Visionen und Erinnerungen machen ihn jedoch zu einem einzigartigen Mann in der neueren Geschichte der Indianer.
Skorpione, Geißeln mit Knoten und Stacheln, mit denen Aufseher Sklaven und Fronarbeiter züchtigten.
Sure heißt ein Kapitel des Koran, der insgesamt 114 Suren zählt. Der Text einer Sure wird nach Versen gezählt.
Südreich, das unter den Nachfolgern Salomos fortbestehende davidische Königtum Juda über den Stamm Juda (und den kleinen Stamm Benjamin) mit Sitz in Jerusalem. Jerusalem wurde 587 von den Babyloniern erobert, 586 wurde der Tempel zerstört und die Führungsschicht Judas in das Exil nach Babylon deportiert.
Säule, eine Stütze von Decken und Gewölben mit kreisrundem Querschnitt; sie gliedert sich in Fuß (Basis), Schaft und Kapitell.
Tempel. Mit seiner Entscheidung, das gemeinsame Heiligtum der Stämme, die heilige Lade, nach Jerusalem zu bringen, hatte David allen Stämmen eine Mitte gegeben. Wahrscheinlich stellte er die Lade zunächst im kanaanäischen Heiligtum der Stadt auf. Die Bibel rühmt Salomo wegen seiner großen Bautätigkeit und zumal wegen des von ihm erbauten neuen Tempels. In Jerusalem lassen sich jedoch keine archäologischen Reste aus dem 10. Jh. finden, so dass die fehlenden Bodenfunde in Spannung zu den Beschreibungen der Bibel stehen. Neben dem Tempel in Jerusalem aber gab es weiterhin die bisherigen Kultstätten: heilige Bäume, heilige Steine und Kulthöhen, Jahwe-Heiligtümer mit eigener Priesterschaft, etwa in Schilo, Bet-El und Dan. Auch standen in den kanaanäischen Städten noch lange die Tempel der Stadtgottheiten. Ebenfalls bewahrten die Höhenkulte ihre Beliebtheit, wie auch die Gottheiten der Nachbarvölker weiterhin faszinierten.
Tympanon (griechisch), Bogenfeld über einer Kirchentür. Von diesem Feld ausgehend ist die gesamte Portalausstattung zu "lesen" oder deuten.
Uthman, der dritte Kalif (644-656). Unter ihm wurden die Eroberungen fortgesetzt (649: Zypern; 652: Raubzüge gegen Sizilien; 645-653: Aserbaidschan, Armenien, Georgien; Iran, Afghanistan). Uthman veranlasste, das Erbe des Propheten in einem geordneten Buch zu sammeln. Das Kalifat geriet in eine Krise: a) Die Statthalter der eroberten Gebiete verfolgten eigene Ziele; b) der Reichtum machte die Führungselite korrupt; c) die Truppen wurden unzufrieden und verlangten mehr Geld; d) Uthman bevorzugte bei Ämterbesetzungen die eigene Verwandtschaft; es entstanden Revolten. Uthmans Haus wurde belagert, der Kalif schließlich ermordet.
Vandalen (Wandalen), ostgermanisches Volk, ursprünglich im nördlichen Jütland ansässig; sie zogen später südwärts, waren im 4. Jahrhundert Nachbarn der Westgoten in Ungarn, wanderten dann westwärts, setzten am 31. Dezember 406 in Mainz über den Rhein, plünderten drei Jahre lang Gallien, fielen in Spanien ein und setzten unter Geiserich nach Afrika über.
Votivtafeln, Votivbild, Dankesgabe, meistens eine Darstellung der Behinderung, von welcher der Mensch befreit wurde.
Westgoten, zunächst in Schweden, dann auf Gotland ansässiger germanischer Stamm. Dieser fiel im 3. Jahrhundert ins Römische Reich ein und spaltete sich in Ost- und Westgoten. Die W. erzwangen ihre Aufnahme in das Römische Reich als Bundesgenossen. Ihr Anführer Alarich eroberte Italien und 410 Rom. Nach seinem Tod zogen die W. nach Südfrankreich und Spanien. Chlodwig I. machte ihnen Gallien wieder streitig, danach zerfiel das Volk und ging in der übrigen Bevölkerung auf.
Weströmisches Reich, die Westhälfte des Römischen Reiches seit der Teilung von 395 n. Chr. Es endete 476 mit Kaiser Romulus Augustulus.
Widukind, Wittekind, westfälischer Sachsenherzog und Führer der Sachsen im Kampf gegen die Franken und das Christentum. Er unterlag Karl d.Gr. und ließ sich (nach ungesicherter Überlieferung) 785 in Attigny taufen.
Xanten, Stadt am Niederrhein, entwickelte sich neben der römischen Stadt Trajana am Gräberfeld christlicher Märtyrer; deshalb hieß die hier entstandene Siedlung ad sanctos, "zu den Heiligen"; daraus entstand der Name Xanten.
Yoga, geistige und körperliche Übungen im Hinduismus und Buddhismus, die dem Einklang von Körper, Seele und Geist dienen.